Wolfgang Bogner

Bilder und Worte - Immagini e Parole - Imágenes y Palabras - Imagery and Words

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Ziegel

Das Werk
l'Opera / la Obra / Works / Delo





Die konkrete knstlerische Arbeit von Wolfgang Bogner entwickelte sich mit den Wasserspiegelungen ganz organisch aus immer bewusster werdender Arbeit an Naturfotografie. Bis dahin verstanden sich seine Arbeiten noch als rein dokumentarisch. Mit den Wasserspieglungen begann seine konstruktive Auseinandersetzung mit Formen und Flchen, nicht selten Grenzflchen, verschiedener Sichtweisen, Perspektiven, Meinungen und allem was sich vor dem Auge des Beobachters dafr hlt.

Was bei den Wasserspiegelungen noch Natur und natrlich war, fhrte zur Entwicklung der viel strengeren Formsprache der Geometrien. Hier ist die Natur zum oft nur noch fernen Paten geworden. Bizarre Wechsel von Schatten und Licht, Wirklichkeit und Unwirklichkeit, fordern den Verstand im gerne bersteigerten Realismus der Bilder.

Doch Geometrien, bzw. deren Objekte, stehen niemals isoliert. Stets steht der Mensch, hufig kraftvoll kontrastierend, in / ber / gegen / zwischen oder unter dem, was er selbst schuf. So fhrte Wolfgang Bogner seine Genesis fort, um am dritten Tag den Menschen - auf gerne bizarre Weise - in Geometrie & Mensch in und auch aus seinen eigenen, selbst geschaffenen Formen erstehen zu lassen.

Aus dieser intensiven Befassung heraus entstanden die beiden Kalenderwerke Die neue Lieblichkeit sowie Maskulinen. Offenbarte die neue Lieblichkeit noch die evidente Anmut femininer Lockungen, zogen sich die Maskulinien hart und anspruchsvoll um den kraftvollen Mnnerakt. In Ecce Homo emanzipiert sich der Mensch Wolfgang Bogner's aus seiner Umwelt, die ihm - durch gegenseitige Schpfung und Zerstrung bedingt - deshalb auch nicht wirklich freundlicher wird.

Der Mnnerakt ntigte Wolfgang Bogner regelrecht zu klarer, prziser und kraftvoller Darstellung, weshalb diesem Schaffenszweig hier auch ein eigener Bereich reserviert wurde. Fern ab aller Klischees begleiten wir gerne sein 28mm Objektiv auf einer stechend scharfen Reise um die Frage "was ist Mann?".

Als sehr eigenstndige Kunstform hat Wolfgang Bogner seine Vivogramme etabliert, angelehnt an die Photogramme des Dadaisten und Surrealisten Man Ray (1890-1976, vom Dadaisten Tristan Tzara, 1869-1963, auch als "Rayographien" bezeichnet). Wolfgang Bogner erweitert Ray's definierte Kunst der Lichtpause realer, toter Objekte durch die Kombination mit dem Bild des Lebenden in Form der Fotografie, woher sich der Begriff des Vivogrammas auch ableitet.

In seinen Vivogrammen kontrastiert das Reale, Gegenstndliche auf von ihm durchaus gewohnte Weise mit oft sakral - fantastisch anmutenden Kreationen schwarz auf wei. Ungewhnliche Schpfungen eines ungewhnlichen Knstlers, der seine Akzente in Form ausdruckstarker Farbinterventionen krftig und - durchaus als Hommage an den Niederlndischen Knstler Piet Mondrian (1872-1944) - weit ber die drei Grundfarben hinaus, zu setzen wei.
Text:: Otmar Domainko


Alpha & Omega